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Lundi 7 novembre
Workshop 5 CIERA – MedFilm – ERC BodyCapital

7112016-Allemand.pdf
Medizin im Krieg – Kriegsmedizin im nicht-fiktionalen Film: Information, Kommunikation, Propaganda ?
Im März 1915 richtete die französische Heeresleitung eine militärisch kinematographische Abteilung (Section cinématographique de l’Armée, SCA) ein. Nach Absprache mit den vier großen französischen Filmproduzenten (Pathé, Gaumont, Éclair and Eclipse) stellten diese dem Militär ihre Operateure zur Verfügung, um unter Kontrolle des Militärs das Kriegsgeschehen zu dokumentieren. Im Gegenzug konnten die Filmproduktionen die Aufnahmen für ihre kinematographische Berichterstattung in Wochenschauen verwenden. Die Aufnahmen zielten auf drei Aspekte: der Darstellung der materiellen und moralischen Kräfte des französischen Heeres, der Dokumentation von Zerstörungen durch das deutsche Militär, und schließlich der Berichterstattung über das alltägliche Kriegsleben (von Kriegsgräben bis zur allgemeinen Logistik) für die Zivilbevölkerung.

Programme workshop5 DE.pdf
In Deutschlang gab es mit der Gründung der Universal Film Aktiengesellschaft (UFA) im Jahre 1917 in Berlin eine etwas zeitlich versetzte ähnliche Entwicklung. Die Unterrichtsfilm-Abteilung der UFA produzierte mit der finanziellen Unterstützung durch die deutsche Regierung auch Filmdokumentationen über den Krieg - insbesondere Filme mit medizinischen Themen. In ähnlicher Weise entstand in den USA in dem Army Medical Museum eine neue Abteilung, das so-genannte Instruction Laboratory sowie mit dem American Armed Forces’ Commission on Training Camp Activities (CTCA) eine Sektion, die im Rahmen der Kriegsmobilmachung zwischen 1917 und 1919 mehr als 100 Filme produzierte.

In Russland erhielt das Skobelev Komitee 1914 den Auftrag, Aufnahmen von der Front und an den Kriegsschauplätzen zu fertigen. Der Vertreib dieser Filmaufnahmen sollte dazu dienen, die Kriegsverletzten finanziell und materiell zu unterstützen und über die Aufgaben des Komitees zu informieren. Die Rekrutierung der besten Film-Operateure der privaten russischen Filmproduzenten (wie z.B. Pathé Russland) und steigende Kosten führten dazu, dass das Komitee ab 1915 für die russische Bevölkerung Kriegswochenschauen produziert.

Im Rahmen dieser kinematographischen Kriegsberichterstattung entstanden zahlreiche Filme, die sich mit dem Sanitätswesen und der medizinischen Versorgung beschäftigten. Dabei ging es vor allem um Kriegsneurosen wie auch um sanitäre Feldlazarette, Verletztentransporte oder Shell-shock Behandlungen. Einige dieser Filmaufnahmen sind in Archiven zum Teil gesichert doch in jedem Fall schwer zugänglich. Von besonderer Bedeutung sind eine Reihe von ungefähr 15 klinischen Filmen, die psychische und neurologische Kriegsfolgen darstellen. Diese dienten Ausbildungszwecken und waren zugleich auch für die Öffentlichkeit bestimmt.

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Im Rahmen dieser „Kriegsmedizin“ wird der Workshop versuchen genauer zu untersuchen: (a) wie Leben und Gesundheit für militärische und allgemein Zuschauer verfilmt wurden; (b) wie sich die mise en scène vom Ersten zum Zweiten Weltkrieg in ihrem Inhalt und ihrer Form veränderte; (c) wie diese Filme mit anderen Kommunikationsmittel, wie z.B. Broschüren, Flugblättern, Plakaten, Postkarten oder Radiosendungen usw. zu sogenannten „Medienverbänden“ verbunden waren und als solche analysiert werden sollten. Wie filmt man in Frankreich, Deutschland, England oder Russland die Qualen, die der mechanische Krieg auf Geist und Körper der Beteiligten ausübte? Wie wurden an der Ostund an der Westfront die Effizienz von Sanitätswesen und ihrer Organisation filmisch propagiert - einem Sanitätswesen, dessen Aufgabe darin bestand, die Kranken und Verletzten so schnell wie möglich wieder kriegstauglich zu machen? Wie versuchen diese Filme den sozialen Status jener „Kriegskrüppel“ darzustellen, denen die Wissenschaft und Technik versprach, ihre Untauglichkeit zu überwinden?

Programm und Filmliste
2016 11 2 WS5 ABSTRACTS.pdf
Im Prinzip werden die Filme nicht im Rahmen des Workshops gesichtet. Wir bitten Sie zur Vorbereitung des Workshops die angehängte Filmliste zu sichten die auf der Filmdatenbank MEDFILM zugänglich ist. Hierzu sollte möglichst der Browser Chrome in der neuesten Version benutzt werden um alle technischen Möglichkeiten der Datenbank zu nutzen, dies gilt insbesondere für die Bereitstellung von Untertiteln mit Übersetzungen der Dialoge und Zwischentitel/texte.

Address
Salle des fêtes de l’Hôpital civil de Strasbourg
1 Place de l'hôpital
67000 Strasbourg
France
Contact : Mme Thérèse Vicente dhvs@unistra.fr / 03.68.85.40.78

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